Dachbegrünung auf dem Krokodil

Floratec®

Im 2020 wurden die Abdichtungsarbeiten auf dem Dach des Neubaus Lokstadt in Winterthur durch die TECTON Pfäffikon unter der Leitung unserer Bauführerin Denise Zimmerli vorgenommen. Im 2021 durfte unsere Dachbegrünungsabteilung, die Floratec® die Dachbegrünung mit einem ökologischen Mehrwert erstellen.

KONZEPT DACHBEGRÜNUNG
Die Massnahmen zur Förderung der Biodiversität finden auf die Dachflächen vom Gebäude Krokodil (westlicher Ecke – Gesewo) statt. Die Statik der geplanten Gebäude gibt die Möglichkeiten vor, in welchen Bereichen höhere Lasten, z.B. durch Erhöhung der Substratflächen, realisiert werden können. Ebenfalls wurde darauf geachtet, dass die Wahl von Samenmischungen und der Einbezug zusätzlicher Pflanzen zur Verbesserung der Nahrungsquellen und Nistmöglich­keiten für Wildbienen und andere Insekten wie Falter oder Schmetter­linge beiträgt.

Dachaufbau

Durch die Modellierung des Dachsubstrats entsteht auf der Dach­fläche eine Vielfalt von Gelände­strukturen mit unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtigkeits­­bedingungen sowie entsprechenden Mikro-Lebensräumen. Dies ermöglicht eine hohe Artenvielfalt in Flora und Fauna. Der Aufbau des Substrates wird dort erhöht wo es statisch und funktional möglich ist. Die unterschiedlichen Substrate (Höhe und Beschaffenheit der Substrate) werden mit den passenden Bepflanzungstypen (siehe unten) abgestimmt. Eine weitere Variation des Substrat-Aufbaus mit vorwiegend lehmhaltigem Sand und reduziertem Pflanzenbewuchs ermöglicht vielen bodennistenden Wildbienen ihre Nistplätze anzulegen.

Grundkonzept
Die Form der Hügel wird durch die tragenden Unterzüge der Obergeschosse geprägt, wodurch die Statik des Gebäudes auf dem Dach abgebildet wird: dies ergibt auf der Dachfläche eine lineare, geometrische Formsprache, welche sich in das Gesamtkonzept des Gebäudes und der PV-Anlage gut integriert. Die Hügel werden mittig der Unterzüge positioniert; sie sind 2.00 m breit und ca. 0.40 m hoch. Durch die Erhöhung des Substrates gibt es ein Gestaltungsspielraum in der Samen­mischung und der selektiven Pflanzung. Es werden Zwei Hügel-Typen unter­schieden:

  • Nisthügel (Typ 1): speziell für Nistplätze der Wildbienen und andere bodennistende Insekten konzipiert. Der Aufbau besteht aus einen 30 cm lehmhaltigen Sand. Darunter befindet sich Vlies und Drainkies, der eine optimale Drainage des Wassers gewährleistet. Es darf sich keine Staunässe im Bereich des Sandes bilden. Die Entwässerung der Dachfläche wird durch eine durchgängige Drainmatte jederzeit gewährleistet.
  • Futterhügel (Typ 2): ein 40 cm hoher Aufbau aus einem Substrat-Gemisch aus Kies, Rohboden, Schotter und ca. 1 cm Humusauflage ermöglicht eine Standortvielfalt und damit die Erhöhung der Artenvielfalt. Unter diesem Gemisch befinden sich die Drainmatte und die Abdichtung.

Bepflanzung

Es wurden drei Bepflanzungstypen entwickelt. Jeder Typ ist für einen spezifischen Standort geeignet und bietet Lebensraum und Nahrungsquelle für unterschiedliche Insekten.

  • Typ I: UFA-Dachkräutermischung CH-49, aus 55 trockenresistenten Wildblumen der Schweiz mit einer Wuchshöhe bis zu 50 cm.
  • Typ II: Schmetterlingspflanzen aus Wildstaudengärtnerei Willi-Wildblumen, aus 26 einheimische Wiesenblumenarten.
  • Typ III: UFA-Ruderalflora CH, Pionierpflanzenmischung aus 60 Wildblumen, welche einen kiesigen und mageren Standort bevorzugen und die ununterbrochen bis in den Herbst hinein blühen.

Die Bepflanzung beträgt 60% Ansaat und 40% Flachballen/Stauden. Diese Flachballenpflanzen stellen ab dem ersten Standjahr sicher, dass genügend Nahrungsquellen für die Insekten vor­handen sind. Es wurden hier Schlüssel­arten für die auf dem Areal bestehenden Wildbienen­arten aus­gewählt. Zusätzlich sind im Sinne der allgemeinen Biodiversitätsförderung wert­volle Nektar- und Raupenpflanzen für Schmetterlinge und Falter ergänzt. Wirbeltiere wie Fledermäuse und Vögel werden direkt und indirekt von diesen Massnahmen profitieren.

Als zusätzliche Strukturen werden punktuell Totholz-Lager und Steinhaufen angeboten. Sie dienen als Nistplätze für Arten, welche ihre Nester nicht im Boden anlegen.

Für den Beitrag

Benedikt Marti
Benedikt Marti, Floratec

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