Interview mit Markus Haldimann, Hälg Facility Management AG

Interview

Markus Haldimann
Markus Haldimann, Geschäftsführer Hälg Facility Management

Anfang 2012 haben verschiedene Medien darüber berichtet, als das erste Public-Private-Partnership-Projekt der Schweiz, das Kantonale Verwaltungszentrum Burgdorf „Neumatt“, fertig gestellt wurde.

In den sieben Gebäuden sind 400 Arbeitsplätze der kantonalen Verwaltung, ein Regionalgefängnis sowie ein Werkhof untergebracht. Der Kanton Bern ist Nutzer und Eigentümer der innert zwei Jahren von privaten Unternehmen gebauten Immobilien. Für die kommenden 25 Jahre hat sich die Fima Hälg Facility Management AG (HFM) für den Betrieb und Unterhalt verpflichtet. Auch TECTON-DACH® Service ist Teil des Projektes und darf den Unterhalt der Dachanlagen für HFM periodisch ausführen.

Herr Haldimann, HFM kann das erste PPP-Projekt der Schweiz betreuen.  Worin liegen Ihre Aufgaben?
Die Hälg Facility Management AG betreibt das kantonale Verwaltungszentrum Burgdorf zu einem Festpreis. Der Leistungsauftrag reicht vom Unterhalt und Betrieb der Gebäude und Anlagen über Reinigung und Entsorgung sowie organisatorische Dienstleistungen bis hin zu Verpflegungsleistungen.

Wie gelangten Sie an diesen interessanten Auftrag?
Die Hälg Facility Management AG arbeitet im Auftrag der eigens für diesen Zweck  gegründeten Projektgesellschaft Zeughaus PPP AG, die 2009 den Gesamtleistungs-wettbewerb für das Kantonale Venıvaltungszentrum Burgdorf gewonnen hat: das erste PPP-Projekt in der Schweiz nach internationalem Standard.

Wie konnten Sie die Bauherrschaft überzeugen, dass die HFM der richtige Partner ist?
Die Zeughaus PPP AG vereint PPP-Erfahrungen im Gefängnisbau, regionale Verankerung und das Know-How der Hälg Facility Management AG im Betreiben von technisch komplexen Gebäuden, die ideale Kombination für dıeses Pilotproiekt.

Konnten Ihre Pläne, Ideen und Vorstellungen in das Projekt vollumfänglich integriert und umgesetzt werden ?
Dank des langfristigen Planungshorizontes wurden bereits während der Planungsphase Überlegungen zu den Lebenszykluskosten der Gebäude und Anlagen gemacht. Da bereits zwei Jahre vor dem Regelbetrieb baubegleitendes Facility Management betrieben wurde, konnten wir wichtige Entscheide noch beeinflussen. So wurden zum Beispiel die Reinigungsräume auf unsere Bedürfnisse angepasst. Die Raumlayouts wurden so ausgelegt, dass genug Platz für die Maschinen vorhanden ist. Dies ist eine Grundvoraussetzung für effizientes Arbeiten und reduziert die Bewirtschaftungskosten.

Welches waren oder sind die schwierígsten Knackpunkte?
Das Vertragswerk ist sehr umfangreich. Änderungen haben Vertragsnachträge zur Folge. So müssen beim Einbau eines zusätzlichen WCs nicht nur die Investitionskosten für das WC, sondern auch Kosten für die Reinigung, den Unterhalt und die Ersatzerneuerung während den nächsten 25 Jahren berücksichtigt werden. Hinzu kommen in Burgdorf die unterschiedlichen Ansprüche der 18 verschiedenen Nutzer. Beispielsweise die Kantonspolizei als 24h-Betrieb hat ganz andere Bedürfnisse an die Infrastruktur und die Verpflegungsleistungen als eine kantonale Verwaltungsstelle.

Sie leisten Pionierarbeit. Denken Sie, dass sich solche Projekte im Markt wiederholen oder gar durchsetzen werden?
Das PPP-Modell bringt diverse Vorteile mit sich, So kann das Facility Management viel früher auf später entstehende Kosten Einfluss nehmen. Sämtliche Entscheide müssen nachhaltig, also langfristig tragfähig sein. Zudem können Synergieeffekte genutzt und somit Kosten eingespart werden. Bereits sind in der Schweiz neue PPP-Projekte in
Planung, was in Zukunft hoffentlich noch öfter der Fall sein wird.

Worin liegen die Stärken von Hälg im FM-Geschäft?
Wir sind spezialisiert auf das Betreiben von komplexen Gebäuden. Mit komplex meinen wir technisch anspruchsvolle Gebäude, aber auch Mischnutzungen und spezielle Eigentumsverhältnisse. Wir passen unsere FM-Dienstleistungen auf die Kunden-bedürfnisse an und entwickeln zusammen mit unserem CAFNI-Partner massgeschneiderte Lösungen. Zwei Beispiele dafür sind das User-Help-Desk und das Sitzungszimmer-Management-Tool.

Welcher Nutzen kann Ihnen TECTON-DACH® Service bringen?
Der Dachservice von TECTON hilft uns, die Funktionsfähigkeit zu erhalten, die Werterhaltung zu planen und Risiken zu minimieren. Überwachung und Früherkennung von möglichen Schwachstellen bilden die Basis für die finanzielle Planung.

Was können Sie uns, aufgrund Ihrer Erfahrungen in diesem Projekt mit auf den Weg geben?
Die Lifecycle-Betrachtung kommt in einem PPP-Projekt vollumfänglich zum Tragen. Mit der langfristigen Betrachtung rückt die Bauqualität wieder in den Vordergrund.  Investitionen, die in der Anschaffung teurer, im Betrieb dafür wirtschaftlicher sind, werden realisiert. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung und sollte Schule machen.

Wir bedanken uns für dieses Interview und freuen uns auf eine langfristige und gute Zusammenarbeit.

Hälg Building Services Group
Hälg Building Services Group

Für den Beitrag

Boris Jaus
Boris Jaus, TECTON Kundendienst

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