Wasserdicht muss es sein – 2x Gold für Growe AG

Aus- und Weiterbildung

Polybau Schweizermeisterschaft 2010

Ob Steildach, Flachdach oder Fassadenbauer – am 7. August trafen sich die Nachwuchs-Handwerker im nationalen Polybau Bildungszentrum in Uzwil, um die Besten unter ihnen zu ermitteln.

Sechs Stunden Zeit hatten die Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz, um ihre anspruchsvollen Aufgaben zu erfüllen. Die Steildach-Teilnehmer hatten ein Dach mit eingebautem Fenster unter Anwendung sämtlicher notwendiger Materialien zu bedecken. Die Flachdachbauer sollten gleich zwei Aufgaben lösen: Flachdach Kunststoff auf eine Holzschalung und Flachdach Bitumig auf Beton mit Voranstrich. Die Fassadenbauer hatten eine Fassadenbekleidung mit ebenfalls eingebautem Fenster aufzubauen. Während die Aufbauten für alle gleich oder ähnlich waren, konnten die Teilnehmer für die eigentliche Bekleidung eine eigene Variante wählen.

Mit einem „Probelauf“ im Bildungszentrum, um Material und Aufgaben kennen zu lernen, sowie der Möglichkeit, zu Hause zu trainieren, waren für alle die gleichen Voraussetzungen geschaffen. Besonderes Augenmerk wurde bei der Bewertung auf die Genauigkeit der Arbeiten gerichtet. Schliesslich soll kein Wasser in die Wohnstube tropfen.

Eine Frau setzt sich durch
Nur wer jünger als 23 Jahre alt ist, an der Weltmeisterschaft 2012 in Luzern teilnehmen möchte und bereit ist, die Objektleiterausbildung nächstes Jahr zu absolvieren, konnte überhaupt an der Schweizermeisterschaft an den Start gehen.
Unter den Teilnehmenden war erfreulicherweise auch eine Frau: Michelle von Aesch, die bereits anfangs Jahr an der Schweizermeisterschaft im Klimabauen den dritten Medaillenrang erreichte. An Durchsetzungswillen in der von Männern dominierten Welt der Polybauer fehlt es der Flachdachbauerin aus Wädenswil jedenfalls nicht. „Skeptikern beweise ich einfach mit der Qualität meiner Arbeit, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe.“ Die Leistung von Michelle von Aesch an der Schweizermeisterschaft in Uzwil wurde mit einer weiteren Bronzemedaille belohnt.

Mitmachen lohnte sich
Die besten drei Kandidaten jeder Kategorie erhielten einen Bildungsgutschein im Wert von 3200 Franken. Damit können sie die praktischen Module der Objektleiterausbildung besuchen. Pirmin Lustenberger aus Schachen, Silbermedaillengewinner im Fassadenbau freute sich sehr über den Preis. „Den kann ich wirklich gut gebrauchen. Eine tolle Idee.“

Die Teilnehmenden mussten die anforderungsreichen Aufgaben unter hohem Zeitdruck lösen. Dies gelang den drei Bernern Dominik Aebi aus Limpach im Flachdach, André Bärtschi aus Eggiwil im Steildach und Markus Haldimann aus Bleiken im Fassadenbau am besten.

Rangliste

Flachdach
1. Dominik Aebi, 3317 Limpach, BE Lehrbetrieb: Bernhard AG, Utzensdorf
2. Michele Amacher, 8853 Lachen, SZ Lehrbetrieb: Josef Schwiter AG, Lachen
3. Michelle von Aesch, 8820 Wädenswil, ZH Lehrbetrieb: Schnyder Bedachungen/Fassadenbau AG, Wil

Steildach
1. André Bärtschi, 3537 Eggiwil, BE Lehrbetrieb: Growe AG Bedachungen, Wichtrach
2. Christian Scheuner, 3618 Süderen, BE Lehrbetrieb: Hansruedi Maurer, Steffisburg
3. Martin Roth, 9100 Herisau, AR Lehrbetrieb: Klarer Bedachungen, Herisau

Fassadenbau
1. Markus Haldimann, 3674 Bleiken, BE Lehrbetrieb: Growe AG Bedachungen, Wichtrach
2. Pirmin Lustenberger, 6105 Schachen, LU Lehrbetrieb: Zihlmann AG, Wolhusen

SwissSkills ist eine Stiftung, in der Bund (BBT), Kantone, Schulen und Organisationen der Arbeitswelt vertreten sind. Präsident ist der frühere Regierungsrat und Erziehungsdirektor des Kantons St. Gallen, Hans Ulrich Stöckling. Zielsetzung der Stiftung ist es, den Stellenwert der Berufsbildung – insbesondere das duale System – in der Öffentlichkeit zu stärken. In diesem Rahmen fördert und koordiniert SwissSkills Schweizermeisterschaften in über 60 Berufen und ermöglicht geeigneten jungen Berufsleuten die Teilnahme an den internationalen Berufsmeisterschaften.

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