TECTON-Reise 1999, 5. bis 13. Januar

TECTON-Reise

Dienstag, 5. Januar 1999: 63 reisebegeisterte Tectonianer steigen in Zürich Kloten ins Flugzeug, um für die nächsten Tage das hiesige, nasskalte Januanwetter gegen die sommerliche Wärme in Südafrika einzutauschen. Die Umsteigezeit in London nutzten die meisten, um sich in der Zeitrechnung zu üben: London -1 Std., Cape Town +1 Std. gegenüber zuhause — wie ist die Uhr zu stellen?

Trotz diesen Schwierigkeiten besteigen wir gemeinsam und rechtzeitig in London um 18.00 Uhr das Flugzeug, das uns direkt nach Cape Town bringt. Etwas müde werden wir von unseren Begleiterinnen von Felix Unite Tours unter der Leitung von Silke und Bernhard empfangen.

Die ersten Eindrücke von Cape Town und seiner näheren Umgebung erleben wir auf einer Stadtrundfahrt im Bus, wobei uns unsere charmanten Führerinnen nicht nur die städtebaulichen Errungenschaften, sondern auch mit einer fachfraulichen Führung durch den botanischen Garten die vielseitige und faszinierende Fauna von Südafrika näherbringen. Die Stadtrundfahrt endet auf dem Signal Hill, wo uns neben der schönen Aussicht erfrischende Getränke und ein äusserst reichhaltiges, kaltes Buffet erwarten.

Der Bezug unserer Zimmer im Hotel Villa Via, lassen uns erahnen, dass diese Reise sicher noch viele positive Überraschungen bereit hält. Nachdem die einen den ersten Schlaf im Hotelbett, die andern Bar, Swimmingpool oder persönliche Eindrücke in Kapstadt gesammelt haben, treffen wir uns zur Katamaranfahrt im Hafen.

Wegen des heftigen Windes will der Skipper dieses Abenteuer zunächst absagen. Der Hinweis, dass wir Tectonianer keine Memmen seien und schon etwas ertragen würden, bringt ihn schliesslich dazu, die TECTON-Flagge zu hissen und in See zu stechen.

Mehr oder weniger durch die schäumende Gischt nass, nehmen wir unser erstes gemeinsames Nachtessen ein. Die Stunden zwischen Nachtessen und Frühstück sind jeweils ausser Programm. Jeder Teilnehrner kann diese nach seinem eigenen Geschmack gestalten.

Am nächsten Morgen schälen sich nicht nur die Tectonianer aus den Laken, nein, ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass es auch der Tafelberg gut mit uns meint, und sein fast unvermeidliches Tuch fallengelassen hat.  Mehr oder weniger frisch machen wir uns an den Aufstieg. Die fast 1’000 Meter Höhenunterschied werden in Gruppen mit diversen Schwierigkeitsgraden bewaltigt: einfaches Bergwandern, Klettern mit Anseilen oder hoch mit der Bahn. Die Anstrengung lohnt sich aber für alle, werden wir doch mit einer einmaligen Rundsicht belohnt.

Das Gipfelpicknick geniessen wir ebenso, wie das Sitzen! Bald aber schon führt uns die Tafelberg-Rotair wieder hinunter. Per Bus fahren wir zu einem der schönen Sandstrande. Unter den aufgestellten Sonnensegeln verfallen die meisten dem süssen Nichtstun — einige wagen sich ins sehr kalte Wasser (vielleicht 14° C) und wenige versuchen sich im Volleyball an der prallen Sonne.

Nach kurzer Zeit heisst es “zurück ins Hotel” und Aufbruch zum Nachtessen unter dem Thema ,”chat and eat around the fires”. Während der Fahrt können wir einen Blick über die Bucht nach Cape Town und zum Tafelberg als Andenken mitnehmen. Nicht nur dem Wirt, dem der Weinkeller leergetrunken wird, sondern auch uns Tectonianern, die wir sicher nicht alle Fischliebhaber sind, wird das herrliche Fischmenu in bester Erinnerung bleiben.

Am nachsten Tag geht die Reise zunächst per Bus nach Hout Bay weiter, wo wir mit einem kleinen Schoner zur Robbeninsel fahren. Nicht allen bekommt diese Fahrt gut, so verabschieden wir uns von einigen Mitreisenden und nehmen wenig später die wunderschöne Küstenstrasse unter die Räder unserer Bikes. Das Biken führt, ob in der Renn- oder in der Gentleman-Gruppe, zum notwendigen Appetit fur das bereitstehende Picknick. Danach gelüstet es die einen noch nach etwas mehr Strampeln, die andern nehmen den bequemeren Weg und fahren per Bus zum Cape Point.

Dort erwartet uns eine grossartige Aussicht uber die schroffen Felsen und die Weiten der Schnittstelle zwischen Indischem Ozean und Atlantik. Am Eingang zum Cape of Good Hope Nature Reserve fassen wir alle wieder unsere Fahrräder und geniessen die Fahrt durch einen kleinen Teil der Gartenroute nach Simon’s Town. In einer idyliischen Bucht konnen wir niedliche Jackas-Pinguine hautnah bewundern.

Die meisten schlafen auf der Rückfahrt nach Cape Town – mit weiser Voraussicht, denn das folgende Nachtessen quer durch die Küchen Schwarzafrikas fordert wieder neue Kräfte.

Am nächsten Tag erwartet uns ein weiterer Höhepunkt. In zwei Gruppen werden wir in der Nähe von Paarl in die höhere Kunst des Offroadfahrens eingeführt – auch die vermeintlich besten Fahrer konnten hier noch etwas lernen. Danach besuchen wir ein Weingut und eine zum Museum umfunktionierte Farm, wo wir Geparde bewundern können. Beim Grillabend mit Freigetränken im Offroadcamp sind wir wieder alle zusammen.

Nach diesen bis anhin ziemlich anstrengenden Tagen ist am nachsten Morgen Ausschlafen oder Shopping in Cape Town angesagt. Das Wetter verhält sich heute, nachdem es bis anhin wirklich einmalig mitspielte, nicht mehr so ganz nach Programm. Wir werden von einem Nieselregen begleitet, der sich auf der Busfahrt nach Hermanus in einen echten Landregen wandelt. Begleitet durch immer tristeres Wetter fahren wir ins Landesinnere.

Die kurzen Blicke durch die Nebelschwaden auf die abwechslungsreiche Landschaft lassen uns nur ahnen, was wir verpassen. Auch eine Buspanne, die die nicht eben gute Wegzeitschätzung unserer südafrikanischen Freunde optimal ergänzt, kann uns die Laune nicht vermiesen. Bei strömendem Regen erreichen wir bei dunkler Nacht das Rivercamp in der Nähe von Swellendam.

Frisch gestärkt durch ein gutes Nachtessen und einen erholsamen Schlaf in den niedlichen Hütten im Camp, besteigen wir frohgemut am nächsten Morgen die bereitstehenden Kanus. Auch heute begleitet uns eine gute Mischung von Sonne und Regen — aber was soll’s, auch das Flusswasser ist nass. Wieder trocken, feiern wir unseren Schlussabend im Camp — eine echte afrikanische Musik- und Tanzgruppe entschädigt uns neben dem reichhaltigen Nachtessen für das schlechte Wetter.

Frühmorgens steigen die einen von ihren Pritschen und machen sich für eine zweite Kanufahrt bereit — ein gewaltiges Naturereignis. Nach dem Frühstück heisst es Abschied nehmen. Ein letztes Lebewohl und ein grosses Dankeschön an unsere Guides und schon sitzen wir im Flugzeug nach Johannesburg. Das Umsteigen wird etwas stressig, haben wir doch unseren sonst jeder Situation bestens gewachsenen Bernhard Rutz verloren, aber Ende gut, alles gut.

Am nächsten Morgen erreichen 63 müde, aber um unzählige Eindrücke und Erlebnisse reichere Tectonianer Zurich-Kloten.

Es bleibt mir nur noch, Gabriel Tschümperlin im Namen aller Reiseteilnehmer ganz herzlich zu danken. Eine Reise in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist keine Selbstverständlichkeit.

Wir freuen uns jetzt schon auf die bereits anlässlich des Schlussabends in Südafrika zugesagte TECTON-Reise im Jahre 2002.

 

TECTON-Reise 1999
TECTON-Reise 1999
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Für den Beitrag

Markus Böhm, Gruppenleitung Finanz
Markus Böhm, TECTON Management

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