Projekt ‚Integrierte Sicherheit‘

Interview

Projekt ‚Integrierte Sicherheit‘

Ziel unseres Projektes ‚Integrierte Sicherheit‘ über die Periode 2012–2016 ist die Halbierung unserer Unfallzahlen. Folgende Massnahmen wurden dabei umgesetzt:
• Schulung des gesamten Kaders
• Einführung einer monatlichen Kurzschulung
• Erhöhung der Anzahl der Sicherheitsaudits auf der Baustelle
• Miteinbezug der Vorarbeiter in die Verantwortung
• Einführung eines Ereignisabklärungsprozesses
• Nulltoleranz gegen innen wie gegen aussen (Sicherheit ist nicht verhandelbar)
Diese Massnahmen haben deutliche Erfolge gezeitigt, jedoch müssen wir uns dieses Jahr noch gewaltig anstrengen, um die 50%-Marke zu erreichen.
 
Integrierte Sicherheit
 

Interview mit Roland Augsburger

Während vier Jahren hat uns der SUVA Sicherheits-Ingenieur Roland Augsburger sehr professionell und mit viel persönlichem Engagement betreut. Im folgenden Interview wollen wir mehr über seine Person erfahren:
 
 
Lieber Roland, wir kennen uns schon seit frühen Jugendtagen, kannst du dich unseren Lesern etwas näher vorstellen?
Genau, wir haben uns bei unserem gemeinsamen Hobby, der Leichtathletik, kennen gelernt. Dieser Sport ist für mich immer noch sehr wichtig. Zwar nicht mehr als aktiver Athlet, vielmehr als Trainer von Jugendlichen. Beruflich habe ich mit der Lehre zum Zimmermann gestartet und habe mich später zum Holzbauingenieur weitergebildet. Nach der Ingenieurausbildung habe ich in verschiedensten holzverarbeitenden Firmen gearbeitet. Zuerst als Bauführer und Projektleiter in einer Elementhausfirma. Später als Betriebsleiter in einer kleinen Zimmerei und als Produktions- und Montageverantwortlicher in einer Betonschalungsfirma. Als Montageleiter in einer Fensterfabrik war ich zuletzt tätig, bevor ich vor fast 15 Jahren zur Suva gekommen bin. Bei der Suva arbeite ich in der Unfallverhütung im Bereich Integrierte Sicherheit. Unsere Aufgabe ist es, Firmen wie die TECTON Gruppe zu unterstützen in der Weiterentwicklung ihrer Sicherheitskultur, Sicherheitssysteme und der Schulung der Vorgesetzten.
 
Dir ist der Sport sehr wichtig. Siehst du Parallelen zwischen dem Sport und der Arbeitssicherheit?
Unbedingt. Bei der Leichtathletik mussten wir für die Erreichung unserer Ziele hart und viel trainieren. Wenn wir nachgelassen haben, wurden die Leistungen fast automatisch schlechter. Genau gleich ist es bei der Arbeitssicherheit, will man die Unfälle reduzieren, muss dafür ebenso hart gearbeitet werden.
 
Was hat dich zur Suva gebracht und was sind deine Erfahrungen?
Als ich Produktions- und Montageleiter in einer Betonschalungsfirma wurde, hat sich unser Mechaniker am Tag vor meinem Stellenantritt an der Ständerbohrmaschine den Daumen abgerissen. Das hat mich damals sehr nachdenklich gestimmt. Die intensivere Zusammenarbeit mit der Suva wegen dieses Unfalls hat mich näher an das Thema Unfallverhütung gebracht. Ich musste oder, aus heutiger Sicht gesehen, durfte feststellen, dass die Anforderungen an die Arbeitssicherheit durchaus Sinn machen. Ich habe angefangen, mich für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz (AS&GS) zu interessieren, mich stärker für die Sicherheit meiner Mitarbeitenden zu engagieren und habe Jahre später, als sich die Gelegenheit dazu bot zur Suva in die Unfallprävention gewechselt.
 
Vermisst du das Unternehmerumfeld nicht?
Das ist eine schwierige Frage. Meine heutige Arbeit lässt sich nicht direkt mit meinen früheren Tätigkeiten vergleichen. Früher habe ich «gebaut». Es sind Werke entstanden. Heute ist es mehr ein geistiges Arbeiten mit dem Kopf. Dieses Schaffen mit den Händen und sehen wie ein Haus grösser und fertig wird, ist es, was mir zeitweise ein wenig fehlt. Die Vielschichtigkeit meiner heutigen Tätigkeit bei der Suva, die Einblicke in unterschiedliche Firmen und deren Abläufe sowie die Kontakte mit den verschiedensten Menschen vom CEO einer Firma bis zu deren Lehrling entschädigen mich dafür.
 
Die TECTON Gruppe wurde nun seit fast 5 Jahren im Prozess der Integrierten Sicherheit von dir begleitet. Was hast du mit uns für Erfahrungen gemacht?
Für mich ist es eine interessante Erfahrung. Anfänglich beim Start des Projektes gab es verschiedenste TECTON-Mitarbeiter, welche sich schwer taten mit dem Thema. «Wir machen doch schon viel», «Muss das auch noch sein», «So kann man nicht arbeiten», waren die Aussagen dazu. Heute ist die Ausgangslage eine deutlich andere und die Aussagen dazu auch: «Was können wir noch verbessern?» oder «Wie können wir es tun?» sind heute die Fragen, welche an den gemeinsamen Ausbildungen/Seminaren oder Controlling-Terminen gestellt werden. Das Bewusstsein und auch das Engagement für AS&GS hat sich auf allen Stufen in der TECTON Gruppe deutlich erhöht.
 
Kannst du einschätzen, wie die TECTON Gruppe im Markt-Umfeld bezüglich Sicherheit heute dasteht?
Es gibt nicht viele Firmen, welche sich direkt mit der TECTON Gruppe vergleichen lassen. Es lässt sich jedoch sagen, dass sich der Sicherheitsstandard und auch das Bewusstsein für AS&GS in der TECTON Gruppe erhöht hat. Die Vorgesetzten auf allen Stufen sind heute viel weniger bereit, Kompromisse zu Ungunsten von AS&GS einzugehen, und verhalten sich heute entsprechend anders als noch vor 5 Jahren. Dies, denke ich, ist der wesentliche Unterschied, wo sich die TECTON Gruppe heute von ihren Mitbewerbern abhebt.
 
Welche Wünsche bzw. Anregungen kannst du uns auf unserem weiteren Weg mitgeben?
Was ich mir natürlich für die TECTON Gruppe wünsche, dass das Engagement für AS&GS auf allen Hierarchiestufen nicht nachlässt und die Unfälle noch weiter zurückgehen. Mit anderen Worten, dass man sich nun nicht auf dem bereits Erreichten ausruht. Meine Anregungen, um dies zu erreichen, sind weiterhin aus den Fehlern resp. den Unfällen lernen. Die Ursachen der Unfälle ermitteln und konsequent die Massnahmen umsetzen. Ausserdem die Fähigkeiten der Mitarbeitenden mit wiederkehrenden Schulungen weiterentwickeln.
 

Roland, wir danken dir herzlich für deine Unterstützung in unseren nie endenden Bemühungen, unsere Mitarbeiter am Ende des Arbeitstages gesund nach Hause gehen lassen zu können.

Für den Beitrag

André Schreyer
André Schreyer, TECTON Management

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