Serie „Aus alter Zeit“: Gussasphalt

Aus früheren Zeiten

Seit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er-Jahre wurde Gussasphalt als sehr verbreiteter Baustoff für Abdichtungen und Beläge aller Art nicht in Aufbereitungsanlagen (wie heute), sondern in mit Tannenholz beheizten Standkesseln hergestellt. Dabei wurden die sechseckigen Gussasphaltblöcke aus der Asphaltmine Travers (JU) aufgekocht und mittels hölzernen Asphaltbrassen umgerührt und anschliessend verarbeitet.

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Gussasphalt-Einbau an der Nägeligässe in Bern, 1913. „Der Mann mit Bauch und Hund ist nicht etwa der Chef, sondern ein interessierter Spaziergänger, der sich auch vor die Kamera gestellt hat“.

Eine Tagesleistung betrug ca. 100 m2 à 25 mm Asphaltstärke. Schon damals gab es 3 Belagsqualitäten: weich, mittel und hart. Zugegeben wurde zusätzlich je nach Bedarf Bitumen, Trinidad und Sand oder Splitt. Offenbar war schon früher die Konstanz der Mischungen und des Gussasphaltes ein grosses Thema. Offenbar war damals das Texaco-Bitumen besonders geeignet. Dabei wurden Terrassenböden, Lauben, Trottoirs und Strassen belegt. Ebenfalls wurden Innenböden, Treppen, Kasernen-, Schulhaus- und Kegelbahnböden mit Gussasphalt-Belägen versehen.

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Gussasphalt-Grosseinbau: Bern in den 1920er-Jahren

Die höchste Kunst eines Gussasphaltstreichers bestand in der Anfertigung von Auf- und Abbordungen. Das Material wurde separat in Kesseln aufbereitet (viel Sand, wenig Bitumen) und in mehreren Schichten aufgetragen.

Für den Beitrag

Gabriel Tschümperlin
Gabriel Tschümperlin, geschäftsführender Inhaber

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