| Interview |
Interview mit unserem langjährigen Bauführer André Haberthür, TECTON Niederbipp, über seine ungewöhnliche Ferieninsel ‚LE PARADIS‘.
Wie kamen Sie auf die Idee, sich in Frankreich eine Halbinsel zu kaufen? Ich mache schon seit vielen Jahren Ferien in Südfrankreich. Vielleicht ist unsere Familie etwas vorbelastet, hat doch jede meiner drei Schwestern auch ein Feriendomizil in Frankreich.
Wieso denn gerade diese abgelegene Halbinsel? Es war Liebe auf den ersten Blick: Als ich das Grundstück gesehen hatte, war ich sofort verliebt.
Wie müssen sich unsere Leser/innen die Insel vorstellen? Das Grundstück ist ca. 8’000 m2 gross und liegt wie eine Art Halbinsel am Zusammenfluss des Flusses Chassezac mit dem Bächlein Thincouse.
Als ich die Bilder sah mit Ihnen auf der Seilbahn, hab ich mir gedacht, da will einer der Welt entfliehen oder er hat nicht gerne Besuch. Um das Grundstück zu erreichen, musste man am Anfang einen beschwerlichen Fussmarsch von 20 Minuten mit Flussdurchquerung bewältigen. Deshalb kam ich auf die Idee, eine Seilbahn zu bauen. Die Seilbahn wurde übrigens von der Schweizer Firma Wyssen aus dem Kandertal gebaut.
Wie wohnen Sie auf der Insel, im Zelt? Nein, nein, wir wohnen in einem Haus. Früher wurde das Gelände von Schaf- und Ziegenhirten genutzt, welche das Haus gebaut hatten.
Luxuriös oder eher einfach? Das Haus bietet überhaupt keinen Luxus. Das heisst, wir haben kein fliessend Wasser, nur Strom, wenn der Generator läuft, und die Toilette ist eine Schaufel.
Vielleicht ist ja gerade das der Luxus? Fur mich ja, ich liebe die Natur und kann hier total vom hektischen Alltag abschalten. Die täglichen Bedürfnisse bekommen eine ganz andere Bedeutung. Was für manchen wichtig erscheint, wird plötzlich zur Nebensache.
Was haben Sie für Mitbewohner? Da wir in einer Wildnis mit unberührter Natur leben, haben wir eine Vielfalt von Mitbewohnern, angefangen bei Fledermäusen, Schlangen, Siebenschläfern, Spinnen, Skorpionen, Stechmücken, Fröschen etc.
Das ist ja auch nicht jederfraus Sache, was sagt Ihre Frau (liebevoll Würzeli genannt) dazu? Meine Frau und ich ergänzen uns hervorragend. Wir lieben die Natur und die Abgeschiedenheit. Man ist aufeinander angewiesen und kommt sich so viel näher.
Wie oft im Jahr machen Sie hier Ferien? Leider viel zu wenig, nur gerade mal drei Wochen. Die Anfahrt mit dem Auto dauert 6-7 Stunden, einen Tag brauche ich, um alles einzurichten – Seilbahn, Generator, Lebensmittel etc. und einen Tag, um alles wieder aufzuräumen. Also sind Wochenendaufenthalte nicht möglich.
Sonst steht das Haus leer? Eigentlich schon, nur im Winter kommen die Clochards aus der nahe gelegenen Stadt Les Vans (8 km), um hier zu überwintern. Am Anfang hatte ich das Haus abgeschlossen, da wurde es gewaltsam geöffnet. Man weiss hier, der Ausländer kommt nur einmal im Jahr, so bleibt das Haus halt offen und ich lasse keine Wertsachen hier. Übrigens musste ich bis jetzt schon den vierten Generator kaufen. Die Seilbahn wird jedes Mal demontiert und versteckt.
Herr Haberthür, ich würde sagen: Sie machen auch eine Art «ALL INCLUSIVE»-Ferien. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude in Ihrem Paradies.
Für den Beitrag
Quelle: tectonews 2007/10
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