Nachhaltigkeitsbewertung von Flachdächern

Nachhaltigkeit

Welches sind die richtigen Bewert­ungskriterien zur Nachhaltigkeit eines Flachdaches? Welche Ele­mente des Systemaufbaus haben eine Relevanz in der Ökobilanz und wie werden diese beurteilt? Wir sind dem Thema auf den Grund gegangen. David Kamer, Student als Bauingenieur an der Fachhoch­schule Ost in Rapperswil, hat unter der Leitung von Frau Prof. Susanne Kytzia in seiner Projektarbeit die Nachhaltigkeitsbewertung von Fla­chdächern vertieft.

Projektarbeit David Kamer

Bei dieser Arbeit ging es darum, Varianten eines Flachdaches nach Kriterien des nachhaltigen Bauens zu bewerten. Ich habe ein Flachdachprojekt einer Werkhalle mit Büroanbau von ca. 11‘000 m2 analysiert. Dabei wurden ein Kunststoff- und ein Bitumenaufbau betreffend der Lebenszykluskosten und der verursachten Umweltbe­lastungen miteinander verglichen. Ebenfalls wurde eine Dach­begrünung nach diesen Kriterien bewertet. Die Umwelt­belastungen wurden gemäss der Methode der ökologischen Knappheit bewertet. Diese erlaubt eine Gewichtung aller relevanten Umwelteinflüsse wie zum Beispiel des Ressourcen­verbrauchs oder verursachter Emissionen, die beim Bau eines Flachdaches verursacht werden. Gewichtet werden diese Faktoren mit den sogenannten Umwelt­belastungspunkten, die an die gängigen schweizerischen Normen und Richtlinien angepasst sind. Je mehr Punkte ein Bauteil oder der gesamte Aufbau eines Flachdaches aufweist, desto schlechter steht er im Vergleich da. Als Resultat wurde klar ersichtlich, dass die bituminöse Variante schlechter abschneidet als diejenige aus Kunststoff. Der Hauptgrund dafür liegt in den unterschiedlichen Dämmmater­ialien sowie unterschied­lichen Di­chtungs­bahnen, wie in der folg­enden Grafik gut ersichtlich ist.

Bituminöser Dachaufbau (bituminöse Dampfbremse, Dämmstoff: PIR 120 mm, im Gefälle D 50 mm, Abdichtung: 2-lagig bituminös, Trenn- und Schutzschicht, Bekiesung) Kunststoffdachaufbau (bituminöse Dampfbremse, Dämmstoff: EPS 140 mm, im Gefälle D 50 mm, Abdichtung: 1.8 mm Kunststoff-Dichtungsbahn, Trenn- und Schutzschicht, Bekiesung)

Bei einer Dachbegrünung müssen neben den Kosten und der Umweltbelastungsbewertung der verwendeten Materialien (Drai­nage, Substrat usw.) weitere wichtige Kriterien in die Betr­achtung einbezogen werden. Ein begrüntes Dach bietet zahlreiche Vorteile wie den ökologischen Lebensraum, Regenwasserrückhalt, tendenziell längere Lebensdauer der Dachhaut und den Hitz­einseleffekt (Aufheizung der Dachfläche), der in der nachste­hend aufgeführten Grafik klar erkennbar ist.

Temperaturschwankung im Dachaufbau unter einer Begrünung gegenüber unter einem Kiesdach. Bildquelle: Paul Bauder AG

Insgesamt war es für mich persönlich eine sehr interessante und lehrreiche Projektarbeit. Ich, David Kamer, möchte mich daher bei der ganzen TECTON für die Zusammenarbeit und Unterstüt­zung bedanken und hoffe, dass meine Arbeit auch für euch von Nutzen ist.

Für den Beitrag

David Kamer
David Kamer, Fachhochschule Ost
Rahel Nägeli Ganz
Rahel Nägeli Ganz, Chefin Technik TECTON Gruppe

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